Die Geschichte der Lenormand-Karten

Ein Dorf in der Normandie - die Lenormand-Karten sollen an die Normandie erinnern. (© woodsy - Fotolia.com)

Ein Dorf in der Normandie - die Lenormand-Karten sollen an die Normandie erinnern. (© woodsy - Fotolia.com)

Das heute übliche „kleine“ Deck der Lenormand-Karten hat 36 Karten, und weist durch den Biedermeier-Stil seiner Symbole auf die Epoche hin, aus der sie kommt. Tatsächlich etablierte Marie Anne Lenormand die Karten im frühen neunzehnten Jahrhundert.

Lenormand war Tochter einer Kaufmannsfamilie aus der Normandie. Sie wurde von Benediktinerinnen erzogen und entwickelte ein lebendiges Interesse für die Künste und Literatur. Das passte gut in das Bild einer Tochter aus gutem Hause – weniger allerdings ihr Interesse für die Wahrsagung. Angeblich soll die junge Marie Anne die Absetzung der Äbtissin des Klosters vorausgesagt haben, in welchem sie ihre Erziehung genoss. Deswegen wurde sie von der Klosterschule verwiesen – ungeachtet, oder eben gerade wegen der Tatsache, dass die Äbtissin tatsächlich abgesetzt wurde.

Übrigens steht auch ihr Name mit einem alten Aberglauben in Zusammenhang. Vier Jahre vor ihr gebar ihre Mutter nämlich bereits eine Tochter, welche sie auf den Namen Marie Anne taufte. Das Mädchen verstarb schon kurz nach der Geburt. Als die Mutter vier Jahre später noch ein Mädchen gebar, gab sie ihm den Namen ihres verstorbenen Kindes – dem alten Glauben folgend, dass dadurch die Seele des ersten Kindes in ihm weiterlebt.

Ursprünglich bestand das Lenormand-Kartenspiel aus 55 Karten, die fünf Büchern beigelegt wurden. Diese kamen zwei Jahre nach dem Tod von Marie Anne Lenormand, im Jahre 1843, auf den Markt. Das heute verbreitete kleine Lenormand-Kartenspiel mit 36 Karten erschien ungefähr um 1850 und fand besonders im deutschen Sprachraum sowie in Belgien großen Anklang. Es war, wie andere Wahrsagerkarten auch, nicht in erster Linie für Prophezeiungen gedacht, sondern als Glücksspiel. Doch die besondere Gestaltung im Biedermeier-Stil brachten bei vielen Benutzern den Gedanken auf, dass die Karten eine tiefere Bedeutung besitzen – eine Interpretation, der Marie Anne Lenormand bestimmt auch nicht abgeneigt gewesen wäre.



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